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Dicht abschließende Deckverbände
Wer Patienten mit akuten Sportverletzungen behandelt, hat eine große Auswahl an Präparaten, die zur Verfügung stehen; allein für die perkutane Therapie (die Haut ist unverletzt) zum Beispiel werden über 300 Mono- oder Kombinationspräparate angeboten.

Welche Therapieart zu bevorzugen ist, hängt von der Art der Verletzung und von der Mitarbeit des Patienten ab.

Was hat sich zum Beispiel bei Patienten mit einer typischen Kapsel-Band-Verletzung, etwa einer schweren Distorsion am oberen Sprunggelenkt mit großer Weichteilschwellung und Hämatom bewährt?

Pförringer setzt bevorzugt auf nächtliche okklusive Salbenverbände, die sich der Patient selbst anlegen kann. Voraussetzung ist, dass die Applikationsweise gut erklärt worden ist. Es sollte eine analgetisch-antiphlogistische Salbe verwendet werden, kein alkoholhaltiges Gel, rät er.

"Die Salbe messerrückendick auf das Gelenk streichen, darüber eine Frischhaltefolie, dann eine elastische Binde."

Der Verband sollte für die Nacht so lange angelegt werden, bis eine deutliche Besserung eingetreten ist. Dies dauere meist 2 bis 4 Tage. Tagsüber bietet sich zur Unterstützung der Behandlung die Anwendung von Salben, Gelen und Emulsionen an.

Als Wirkstoffe in diesen Externa kommen außer nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) vor allem Phytopharmaka und andere Substanzen wie Dimethylsulfoxid (DMSO) in Betracht.

Zur Beschleunigung der Resorption von Ödemen und Hämatomen sowie zur Regulation der Durchblutung können auch Heparinhaltige Substanzen gegeben werden.

Für die abschwellende Therapie bevorzugt Pförringer Medikamente, die Aescin enthalten, einem in Rosskastanien enthaltenen Saponin. Von Aescin gibt es parenterale, orale und topische Zubereitungen. Intravenös verabreicht wirkt es nach Angaben des Sportmediziners sehr rasch antiphlogistisch.

Oral seien Aescin-haltige Präparate eine gute Alternative zu NSAR wie Diclofenac oder Ibuprofen. Die Präparate sollten hochdosiert genommen werden.

Auch die topische Behandlung mit Arnika, Kampfer und verschiedenen Pflanzenmischungen liefert nach der Erfahrung von Pförringer durchaus überzeugende Ergebnisse.

"Der Stellenwert von Phytopharmaka hat bei der Behandlung von Patienten mit Sportverletzungen zugenommen." Häufig verwendet werden in der Sporttraumatologie auch oral applizierbare Enzympräparate. Sie enthalten proteolytische Enzyme, etwa Bromelain, Papain, Trypsin und Chymotrypsin. Diese Substanzen beschleunigen den Abbau von Ödemen und die Resorption von Hämatomen. Außerdem tragen sie zum Abbau und Abtransport von Stoffwechselprodukten bei, und sie Entzündungsmediatoren.

Zu beachten ist bei einer Therapie mit Enzym-Präparaten, dass sie rasch nach einem Unfall und vor allem auch hochdosiert genommen werden.

Die Behandlung mit Topika, die die Heilung und Regeneration beschleunigen, gewinnt nach der Wundphase - sie dauert etwa vier bis acht Tage - an Bedeutung. Verwendet werden Phytopräparate wie Arnika und Echinacea, außerdem Allantoin und Dexapanthenol, ätherische Öle und Organextrakte.



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