Wissensdatenbank
Sie befinden sich hier: Sportphysiotherapie | Sportphysiotherapie (Einführung) | Sportmedizin | Sportverletzungen (Untere Extremität)

Sportverletzungen (Untere Extremität)

Statistik: Etwa 68% aller Sportverletzungen ereignen sich im Bereich der unteren Extremität. Dabei finden sich fast ausschließlich Knie- und Sprunggelenksverletzungen.

1. Kniegelenk

1.1. Meniskusverletzungen
Verletzungsmechanismus: Häufig Rotationsmechanismus, Manchmal auch sog. Gelegenheitsursache (Aufstehen aus der Hocke oder dem Sitzen)
Symptome: Mediale oder laterale Schmerzangabe, gelegentlich auch diffus Schmerzverstärkung bei Rotation, endgradiger Beugung und/oder Streckung, Schwellung/Erguß, Akute Blockiemng
Diagnostik: Anamnese und klinische Untersuchung,

Meniskus tests:
Druckschmerz über dem Gelenkspalt
Schmerzauslösung bei Hyperflexion u/o Hyperextension
Steinmann I und II
Payr-Zeichen
Apley grinding test
McMurray Test
Arthrographie (mittlerweile abgelöst worden durch: Kernspintomographie MRI)

SportmedizinTherapie: Arthroskopie mit Resektion der Meniskusrißbildung. Bei randständigen Längs- und Korbhenkelrißbildungen (frischtraumatisch) erfolgt meniskuserhaltende Refixation
Achtung: Bei VKB-Ruptur kann eine Meniskusrefixation nur dann erfolgreich sein, wenn gleichzeitig das VKB refixiert/ rekonstruiert wird 

1.2. Kapsel-Bandverletzungen
Achtung: Primäres Ziel der Untersuchungen des Kapsel-Band-Apparates ist es, die verletzten anatomischen Strukturen zu erkennen und zu benennen!

1.2.1. Innenbandverletzungen
Verletzungsmechanismus: Typisches Valgustrauma, wobei eine sehr große Krafleinwirkung zusätzlich eine VKB-Ruptur verursachen kann!
Symptomatik: Medial betonter Knieschmerz, schmerzhaftes Extensionsdefizit; Druckschmerz am sogenannten "Skipunkt" (Prox. Innenbandansatz am Femurkondylus) Ggf. subjektive Instabilität
Einteilung:
Grad 1 :Lokaler Druckschmerz ohne Stabilitätsverlust
Grad 2:Laxizität unter Valgusstreß mit festem Endpunkt
Grad 3:Valgusinstabilität ohne festen Endpunkt
Hier muß eine Begleitverletzung des VKB ausgeschlossen werden

Isolierte Testung des Seitenbandapparates nur in 30° Knieflexion um die dorsale Kapsel zu entspannen!

Therapie: Die Therapie aller drei Verletzungsgrade ist KONSERVATIV!

1.2.2. Kreuzbandverletzungen
Unfallmechanismus: Häufig finden sich Schilderungen zu einem Flexions-AußenrotationValgus- oder Hyperextensions-Mechanismus. Eine vordere Kreuzbandruptur ist auch nach einem ,,Bagatelltrauma" oder einem eigentlich ,,untypischen Verletzungsmechanismus" möglich.
Anamnese: Krachen oder lautes Geräusch im Kniegelenk zum Verletzungszeitpunkt. Schnelles Auftreten eines posttraumatischen Ergusses innerhalb 12 h Häufig Unfähigkeit die bisherige Tätigkeit weiter auszuführen.
Untersuchung: Erguß, Schwellung
Stabilitätstests:
- Lachman (vorder Schublade in 30° Knieflexion)
- aktiv/passiv Vordere und hintere Schublade
- Stabilität der Seitenbänder und Gelenkkapse
- Meniskuszeichen
Ergußpunktion (Blutiger Erguß -Hämarthros- dringend verdächtig auf schwerwiegende intraartikuläre Verletzung)
Weiterführende Diagnostik: Röntgen (Ausschluß knöcherner Begleitverletzungen), Kernspintomographie (direkte Darstellung des VKB und HKB), Arthroskopie als definitiver Nachweis.
Therapie: Konservative Behandlung bei:
Teilruptur - Elongation
Keine Begleitverletzungen
Ältere Patienten
Geringer Aktivitätsgrad in Beruf und Sport
Operative Behandlung bei:
Instabilitätsbeschwerden im täglichen Leben
Meniskusrefixation
gewünschter Fortsetzung der sportlichen Aktivität
Operationstechniken:
1. Bei knöchernem Ausriß des VKB Refixation
2. Bei Abriß am knöchernen Insertionspunkt Refixation mit Augmentation
3. Bei intraligamentären Rupturen Ersatzplastik mit Ligamentum patellae Semitendinosus-Sehne

Die Rehabilitationsschritte werden durch den Operateur vorgegeben!
Rupturen des hinteren Kreuzbandes werden, abgesehen von knöchernen Ausrissen, derzeit aufgrund der nicht überlegenen operativen Therapie, überwiegend konservativ behandelt.

Sprunggelenk

Sprunggelenk1. Laterale Kapsel-Band-Verletzungen des OSG
Unfallmechanismus:Supinations/Inversionstrauma des OSG
Symptome: Schwellung, Hämatomverfärbung, Druckschmerz im Außenband- und Kapselverlauf, Klinisch ggf. vermehrte Aufklappbarkeit im Seitenvergleich
Weiterführende Diagnostik: Röntgen OSG, Gehaltene Aufnahmen, Arthrographie
Therapie: Alle primaren Urnkhicktraumata sollten nach Ausschluß knöcherner Verletzungen konservativ behandelt werden. Dabei sollte die fünktionell-orthetische Behandlung (Aircast, Adimed etc.) mittlerweile die Gipsruhigstellung ersetzen. Auch nach operativ durchgeführter Bandnaht sollte eine fünktionelle Therapie angestrebt werden





Weitere Artikel in dieser Kategorie:


Zurück zur Übersicht
© 2016 by Prämotion - Sportmedizinische Contents & Consulting - Alle Rechte vorbehalten