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Ursachen für Verletzungen
Fehlende Bewegungserfahrung:
Der Mensch ist in der Lage, komplexe Bewegungsabläufe als Bewegungs-Skripte (Engramme) im Hirn zu speichern. Diese Baussteine können im Bedarfsfall als Bewegungserfahrungen abgerufen werden. Sehr wichtig wird dieser Aspekt, wenn wenig Zeit für eine adäquate Reaktion bleibt, wie es bei einem Sturz der Fall ist.
Die Propriozeption, also das Reagieren von Nerven und Muskulatur auch auf eine unerwartete Bewegungssituation wie den Sturz, kann trainiert werden. Nach Prof. Roland Biedert, Leiter der eidgenössischen Sportschule in Magglingen und Teamarzt der schweizerischen Fussball-Nationalmannschaft, ist ein unzureichendes Training auf diesem Gebiet, der Hauptgrund für Verletzungen bei Snowboardern und Carving-Skifahrern.

Dabei ist der Ablauf der Reaktionen immer gleich. Das sensomotorische System nimmt über verschiedene Antennen Daten aus der Umwelt auf. Wahrnehmungen erfolgen über Augen, Ohren, Tastgefühl, Geschmack und Gleichgewicht. Nimmt man eine bestimmte Situation oder Bewegungsaufgabe war, wird diese automatisch zum Gehirn (afferente Bahn) geschickt. Hier wird diese einzelne Situation/Aufgabe mit anderen, schon erlebten verglichen. Je trainierter ein Sportler ist desto mehr Erfahrungen (positive wie negative) hat er und desto eher kann der Körper auf eine neue Situation antworten.

Wahrnehmungsfehler und Unaufmerksamkeit:
Nahezu 80 Prozent der Stürze ohne Fremdbeteiligung werden durch Wahrnehmungsfehler oder Unaufmerksamkeit verursacht. Von den rund 3,8 Mio. Alpin-Skifahrern in Deutschland verletzten sich in der Saison 1995/96 rund 58’000 so schwer, dass sie den Arzt aufsuchen mussten. Bei etwa 9’400 Skifahrern war eine stationäre Behandlung erforderlich und bei rund 1’200 blieb ein Dauerschaden zurück. Häufigste Verletzungsursache war ein Sturz während der Fahrt ohne Fremdbeteiligung. Die Vermeidung eines Sturzes ist somit eine wesentliche Voraussetzung, um verletzungsfrei den Skiwinter zu überstehen.

Sichtverhältnisse:
Wechselnde Schnee- oder Lichtverhältnisse sowie kontrastarme Sichtbedingungen, wie beispielsweise Nebel, Schneefall oder Dämmerung, stellen sehr hohe Anforderungen an die Sehleistung und Aufmerksamkeit des Skifahrers. Neben einer sicheren Fahrtechnik ist deshalb gutes Sehen beim Skifahren eine wichtige Voraussetzung, um frühzeitig Gefahrenstellen zu erkennen und Fahrfehler zu vermeiden.



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