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Lauf oder Ganganalyse

Im Folgeden sind noch weitere Punkte die bei einer Lauf oder Ganganalyse zu beobachten sind.Deren Abweichung von der Norm können durchaus Probleme im Bereich der unteren Extremitäten mit Folgeausstrahlung auf den gesamten Körper bedeuten.

Toing out / Crossing over
Ebenfalls belastend auf den Bewegungsapparat könne sich die vermehrte Abduktion des Fußes, das sogenannte "Toing out, sowie ein Aufsetzen des Fußes jenseits einer festgelegten Fortbewegungsrichtung verlaufenden Körpermittelinie, das sogenannte "Crossing over " auswirken.
Das Toing out kann z.B. durch eine vermehrte Hüftaußenrotation hervorgerufen werden und führt teils zu einer überdehnung medialer Strukturen, teils zu Kontraktur lateraler Strukturen sowie zur Hyperpronationsneigung in der mittleren Standphase.
Beim Crossing over werden die Füße nicht seitlich versetzt, sondern hintereinander auf einer Linie aufgesetzt. Diese Form des Crossing over findet man häufig bei Frauen mit breit ausladendem Becken.
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß eine übermäßige Beckenkippung nach vorn oder hinten eine überlastung des unteren Wirbelsäulenabschnitts (LWS) hervorrufen kann, weil hierbei das muskuläre Zusammenspiel zwischen Hüftbeugern und -streckern empfindlich gestört werden kann.

Achillisehenwinkel
Hierunter versteht man den vom Fersenbein und Achillissehne gebildeten Winkel, der während des Abstoßes vom Boden annähernd 180° betragen sollte (SEGESSER / NIGG 1980)
Bei Laufgeschwindigkeiten von 5m/sek wurde gegenüber einer Laufgeschwindigkeit von 3m /sek statisch signifikante änderungen des Achillissehnenwinkels im Sinne vermehrter Pronation registriert. (5m/s = 18 km/h = 20s - 100m, 16:40 - 5 km gegenüber 3m/s = 10,7 km/h = 33,5 s- 100m, 27:55 - 5 km) Die signifikanz war so hoch, daß spezifische überlastungsschäden hierdurch hervorgerufen wurden. (Untersuchung von GEHLSEN / SEGER 1980)

Der Quadrizepssehnenwinkel (Q- Winkel)
Unter dem Quadrizepssehnenwinkel wird definitionsgemäß zum einen die Verbindung spina iliaca anterior inferior mit der patellamitte und zum anderen die Verbindung patellamitte mit der tuberositas tibiae verstanden.
Somit kann hier eine Linie durch drei Punkte verbunden werden.
Im Regelfall sollte diese Linie einen Winkel vom 10° Abweichung nicht überschreiten. Ein stark vergrößerter Q - Winkel führt häufig in Kombination mit zusätzlichen Faktoren zu Beschwerden im Kniebereich, wenn Belastungen einwirken. Beim Aufsetzen der Ferse ist der Vorfuß leicht supiniert, der Unterschenkel relativ außenrotiert.
In der Mittelstellung dagegen ist der Fuß proniert, der Unterschenkel innenrotiert. Es wird daher verständlich, wenn mit diese, Bewegungsablauf der Pro und Supination sich auch der Q- Winkel verändert. In der Mittelstellung der Pronationsphase, wird der Q -. Winkel durch die Innerotation des Schienbeins herabgesetzt.

Diese Tatsache gewinnt an Bedeutung vor allem bei der übermäßigen Pronationsneigung, bei der das OSG praktisch nach innen durchhängt und das Einwärtsdrehen des Schienbeins ansteigt, wobei die Strukturen vom Knie und Fuß übermäßig belastet werden.





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